Kalabrien

Noch bis vor kurzem wurden die Tiere aus Kalabrien als die Kleinsten angesehen. Nach dem Bekanntwerden der Ätna-Population geriet dies etwas in den Hintergrund, jedoch erfreut sich diese Lokalform immernoch großer Beliebtheit. Grund dafür ist neben ihrer vermeintlich geringeren Größe wohl auch ihr äußerst ansehnliches Erscheinungsbild. 

Typisch für die Population aus dem Neto-Delta (Crotone) ist die goldgelbe Grundfärbung des Panzers, wie die hellgelbe Färbung des Kopfes und der Extremitäten. Der gelbe Fleck unter dem Auge ist bei dieser Lokalform in den meisten Fällen deutlich sichtbar, wobei der Kopf im Allgemeinen eher spitz und schmal wirkt. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die Tiere aus Kalabrien zu den kleineren bis mittelgroßen Tieren gehören, auch hier gibt es innerhalb einer Population Variationen.

Bei einigen meiner Tiere konnte ich außerdem die eher für sizilianische Tiere typischen Tuberkel an den Hinterläufen feststellen. Ob eine Korrelation zwischen den Tieren auf den italienischen Inseln und den Tieren aus Kalabrien besteht ist noch nicht klar. Jüngste genetische Untersuchungen zeigten, dass diese einen sehr eigenständigen Genpol im Vergleich zu den meisten anderen Lokalformen in Italien aufweisen.

Carapaxansicht eines Weibchens. Typisch für die Tiere aus Kalabrien sind der hohe Gelbanteil sowie die markanten Zeichnungselemente.

Plastronansicht des gleichen Tieres. Oft sind die Zeichnungen bei  dieser Lokalform unterbrochen

Typische Zeichnung eines Männchens vom Neto-Delta

Seitenprofil. Manche Tiere, wie dieses Weibchen, sind eher flach und ähneln damit den Tieren auf Sizilien.

Spitzer, schmaler Kopf dieses Männchens.

Recht heller Kopf mit vielen gelben Schuppen eines Weibchens.